Die Atmung
Über die richtige Atmung nachzudenken und sie zu üben hält ein Aussenstehender vielleicht für unsinnig. Doch ist die richtige Atmung ein wichtiger Bestandteil jeder Kampfkunst, denn sie verleiht Kraft und Energie und dient gleichzeitig als Schutz für den eigenen Körper.Ein weiterer, jedoch unwesentlicherer Grund für richtige Atmung, ist die potentielle Gefahr in falscher Atmung, dem Gegner zu verraten, wann man angreifbar und verletzlich ist.
Atmung beim Taekwondo ist immer die Zwerchfell-Atmung, d.h. die Atmung wird vom Bauch-Raum aus initiiert, im Gegensatz zur häufig bei Ungeübten anzufindenden und zu flachen Brust-Atmung. Die Ein-Atmung erfolgt durch die Nase, die Aus-Atmung durch den Mund. Durch Anheben der Bauchdecke wird das Zwerchfell nach unten gezogen, und somit die Ein-Atmung ausgelöst, der Brustkorb hebt sich ebenfalls etwas um die Atmung zu unterstützen. Die Ausatmung erfolgt entsprechend umgekehrt.
Häufig ist in verschiedenen Kampfsportarten eine laut hörbare Atmung anzufinden. Dies ist eine gute Methode um am Anfang den Schülern die Atmung bewußt zu machen und den richtigen Atem-Rhythmus zu lehren. Fortgeschrittene sollten diese laute Atmung jedoch nur bei expliziten Atemübungen verwenden. Im Wettkampf ist dies eher unvorteilhaft, da sich ein Gegner anhand der deutlich hörbaren Atmung einen günstigen Zeitpunkt zum Angriff heraussuchen kann. So ist während der Einatmung kaum eine schnelle Reaktion möglich, sowie die Wirkung eines Treffers deutlich höher. Aus diesem Grund sollte die Atmung während eines Kampfes möglichst verdeckt, aber trotzdem korrekt und kräftig erfolgen.Eine besonders kräftige Atemtechnik ist der Kampf-Schrei (koreanisch: Kihap).
Beim Kihap ist es besonders wichtig, dass dieser aus dem unteren Bauch-Bereich kommt. Viele neigen häufig dazu, den Schrei rein aus den Stimmbändern erfolgen zu lassen. Abgesehen davon, dass dieser Kampfschrei auf Dauer heiser macht, ist er vor allem kaum wirkungsvoll.
Ein gut ausgeführter Kihap kann die folgende Wirkungen haben:
- Verstärkung der eigenen Technik
- Konzentration und Fokussierung der Kraft/Energie auf einen Punkt
- Besiegen der eigenen Angst
- Erschrecken/Beeindrucken eines potentiellen Gegners
Während der Ausatmung, also auch und besonders bei einem Kihap, ist durch die Anspannung der Muskulatur die Wirkung eines Treffers, den man erhält, weniger stark als umgekehrt bei der Einatmung. Gleiches gilt natürlich auch für die Fallschule, d.h. durch ein Kihap kann man bei einem Sturz eine zusätzliche Schutz-Wirkung erzielen. Natürlich kann ein Kihap keine Knochenbrüche beim Sturz verhindern, verhindert aber zumindestens sozusagen das klassische - Wegbleiben der Luft?





